Elektrische Energie und Mobilität

Während elektrische Energie früher meist zur Beleuchtung diente, ist diese heutzutage in fast allen Lebensbereichen präsent: Von der Beleuchtung über Haushaltsgeräte, Heizung und Kühlung, Informations- und Kommunikationstechnologien bis hin zu Produktionsprozessen.  Die Erzeugung von elektrischer Energie insbesondere durch den Einsatz von fossilen Energieträgern und Atomenergie bringt erhebliche Umweltauswirkungen und Risiken mit sich. Energiebedingte Emissionen machen etwa 85 % der deutschen Treibhausgasemissionen aus (Quelle UBA, 2020).

Mit wenig Aufwand können Sie jedoch gleich dreifach zur Verringerung dieser Umweltauswirkungen und u. U. auch zu einer deutlichen Senkung Ihrer Stromrechnung beitragen:

  1. Strom sparen
    Warum Strom sparen, wenn man schon Ökostrom bezieht? Ganz einfach: Je höher unser Verbrauch ist, desto länger dauert es, bis wir die Energiewende schaffen. Weil nämlich umso mehr Öko-Kraftwerke gebaut werden müssen. Außerdem: Strom sparen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.Unser Energiebedarf kann drastisch verringert werden. Allein der Stand-By-Betrieb von Elektrogeräten schluckt in Deutschland so viel Strom, wie die der Bedarf der 3,4 Millionenstadt Berlin. Eine Energiesparlampe verbraucht bis zu 80 Prozent weniger Strom als eine Glühbirne und hält etwa zehn Mal länger. Mit einfachen Tipps & Tricks können Sie eine Menge Energie und damit auch Kosten sparen.
  2. Energieeffizienten Geräten den Vorzug geben
    Wenn Sie bei Neuanschaffungen konsequent auf energieeffiziente Produkte achten, verbessern Sie Ihre Umweltbilanz und liegen auch bei der Kosteneinsparung vorn. Denn vermeintliche ‚Schnäppchen‘ bei der Anschaffung entpuppen sich durch einen höheren Verbrauch langfristig als wahre Strom- und Kostenfresser. Beachten Sie bitte hierzu auch: Rund ums Büro
  3. Ökostrom beziehen
    Die Umstellung auf Ökostrom wurde in vielen Einrichtungen und Privathaushalten bereits vollzogen und Bedarf in der Regel keine großen Hintergründe und Erklärungen mehr. Leider, leider ist aber Ökostrom nicht gleich Ökostrom!
    Denn auch hier gibt es große Unterschiede im Nutzen für die Umwelt. Möglich macht dies das von der EU eingeführte System der Herkunftsnachweise, die zwar den ökologischen Nutzen des Stroms bescheinigen, aber unabhängig vom physikalisch produzierten Strom gehandelt werden dürfen. Damit wird vereinfacht gesagt ermöglicht, dass ein konventioneller Strommix durch den zusätzlichen Ankauf von Herkunftsnachweisen deutlicher „grüner“ wird und es keinen echten Zugewinn für die Energiewende in Deutschland und Europa gibt. Besser ist es daher auch bei der Wahl von Ökostromanbietern auf Siegel zu vertrauen, die den Ausbau erneuerbarer Energien garantieren und damit einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten.

Inhalt

    Label für elektrische Energie

    Es gibt Label für den Kauf von Ökostrom, die vor allem den Anteil regenerativer Energien bei der Stromerzeugung garantieren.

    o.k. Power

    Gütesiegel des EnergieVision e.V. seit 2000. Träger des Vereins sind der WWF Deutschland, die Verbraucherzentrale NRW und das Öko-Institut Freiburg e. V. Das Siegel garantiert neben dem Einsatz von 100 % Strom aus regenerativen Energien die aktive Ausweitung der regenerativen Energieerzeugung. Das Siegel erhalten nur Stromhändler, bei denen ein Drittel ihres Stroms aus regenerativen Energieanlagen stammt, die nicht älter als 6 Jahre und ein Drittel aus Anlagen kommt, die nicht älter als 12 Jahre sind. Der Anteil der Energie aus Kraft-Wärme-Kopplung darf nicht mehr als 50 % betragen. Das o.k. Power Siegel hat strenge ökologische Auflagen für die Nutzung von Energie aus Wasserkraft und Biomasse. Die durch ok Power gesiegelten Händler und Firmen sind auf der Homepage gelistet.

    Grüner Strom Label

    Der Grüner Strom Label e.V. zertifiziert grüne Energieprodukte. Der Verein vergibt zu diesem Zweck seit 1998 das Grüner Strom-Label für hochwertigen Ökostrom. Hinter dem Verein stehen sieben gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherschutzverbände sowie Friedensorganisationen (unter anderem NABU und BUND).

    Das Grüner Strom-Label ist in Deutschland das einzige Gütesiegel für Ökostrom, das von führenden Umweltverbänden getragen wird. Es bietet Verbrauchern im komplexen Strommarkt eine einfache Orientierungshilfe für den richtigen Ökostromtarif.

    • 100 % echter Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen
    • Garantierte Investitionen in neue Anlagen und innovative Energieprojekte
    • Empfohlen und getragen von führenden Umwelt- und Verbraucherverbänden
    • Unabhängige Zertifizierung nach höchsten Umweltstandards
    • Erstes Ökostromlabel in Deutschland seit 1998

    Kernkriterium der Grüner Strom-Zertifizierung ist, dass die Stromanbieter mit einem festen Betrag je verkaufter Kilowattstunde den Ausbau erneuerbarer Energien fördern.

    Eco-Top-Ten

    Eco-Top-Ten ist kein Label, sondern eine Verkaufsempfehlung auf Grundlage ökologischer und nachhaltiger Kriterien. Eco-Top-Ten empfiehlt Strom, aus 100 % erneuerbarer Energie oder aus Kraft-Wärme-Kopplung (bis zu 50 %). Der Strom aus Neuanlagen muss 25 % betragen. Die empfohlenen Anbieter (https://www.ecotopten.de/strom/oekostrom-tarife)  sind auf der Homepage nach Regionen geordnet.

    WGKD-Rahmenverträge Regenerative Energie

    Die WGKD bietet gleich zwei interessante Rahmenverträge zu Anbietern regenerativer Energien an:

    • LichtBlick (https://www.lichtblick.de/)  ist Deutschlands größter von den etablierten Energiekonzernen unabhängiger Energieversorger. LichtBlick-Strom stammt aus erneuerbaren Energien und trägt das TÜV und das ok-power-Label für 100% grünen Strom. Die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland (WGKD) und LichtBlick AG haben gemeinsam ein Stromprodukt entwickelt, das den Anforderungen der unterschiedlichen kirchlichen, caritativen und diakonischen Einrichtungen Rechnung trägt.
    • WIRgemeinsam (https://www.wirgemeinsam.org/ ist ein nachhaltiges Energiepaket für kirchliche Einrichtungen und Privathaushalte. Dabei wird neben der Beschaffung von Strom mit den jeweils gewünschten Zertifikaten auf Wunsch auch die Abrechnung und Zählerverwaltung der gesamten Einrichtung übernommen. Zudem besteht die Möglichkeit eigenerzeugten Strom zu guten Konditionen durch das WIRgemeinsam-Angebot abkaufen zu lassen.

    Weitere Auskünfte hierzu erteilt die Geschäftsstelle der WGKD.

    Mobilität

    In Zukunft wird es mit Hinblick auf den Klimaschutz zunehmend darauf ankommen, die von uns so sehr geschätzte Mobilität, anders zu gestalten. Zwar ist die Automobilindustrie durch die sich ständig verschärfenden Abgasbestimmungen zunehmend gefordert, Potentiale für noch effizientere und sauberere Motorengenerationen aufzuzeigen und auch tatsächlich zu nutzen, dennoch ist das Ausschöpfen aller technischen Möglichkeiten zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs allein auf Dauer nicht genug. Und auch wenn Elektrofahrzeuge mehr und mehr Raum auf dem Automobilmarkt gewinnen, sollte klar sein, dass die Lösung unserer Emissionsprobleme nicht allein darin bestehen kann, fossil betriebenen Kraftfahrzeuge eins zu eins durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Vielmehr ist hier eine neue Gesamtstrategie zur Nutzung öffentlicher Mobilität gefragt, die allerdings noch vielfach in den Kinderschuhen steckt.

    Die von Kraftfahrzeugen ausgestoßenen CO2-Werte hängen unmittelbar mit dem jeweiligen Benzin-, bzw. Dieselverbrauch zusammen. Je weniger Kraftstoff ein Fahrzeug verbraucht, desto geringer ist sein CO2-Ausstoß. Für die Kaufentscheidung sind daher die Angaben zum  Verbrauch und CO2-Ausstoß wichtige Information mit dem schönen Nebeneffekt, dass sie hier Geld bei den Unterhaltskosten einsparen können.

    Neben der Ausnutzung der zahlreichen technischen Möglichkeiten zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauches spielt auch die individuelle Fahrweise eine beträchtliche Rolle. Untersuchungen haben ergeben, dass eine entsprechend sparsame und vorausschauende Fahrweise den Kraftstoffverbrauch und damit auch den CO2-Ausstoß bis zu 20% reduziert.
    Und: Nutzen Sie Bus und Bahn, Fahrrad oder E-Bike! Schaffen Sie Anreize, dass in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen der öffentliche Nahverkehr genutzt wird.

    WGKD-Rahmenverträge Mobilität

    Kfz-Hersteller

    Die WGKD hält Rahmenverträge mit mehreren Kfz-Herstellern. Fast alle Hersteller bieten inzwischen Elektromobilität an, entweder durch Angebote für Hybrid- Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb. Die Modelle sind durch bestehende Großkunden-verträge stark rabattiert, so dass die Mehrkosten für Elektromobilität zumindest teilweise wieder aufgefangen werden können.

    Die Deutsche Bahn

    Die beiden großen Kirchen in Deutschland unterhalten Großkundenverträge mit der Deutschen Bahn (https://www.wgkd.de/rahmenvertrag/deutsche-bahn-dienstreisen.html ). Dadurch kommen kirchliche Institutionen in den Genuss, unter bestimmten Voraussetzungen auf den Fahrkartenpreis einen zusätzlichen Rabatt von 5 % zu erhalten. Ein weiteres Angebot ist z. B. das Veranstaltungsticket, das für Kirchen bereits bei kleinen Arbeitsgruppen Sonderkonditionen einräumt. Alle Fahrten im DB-Fernverkehr werden mit 100 % Ökostrom durchgeführt.

    Fahrräder/E-Bikes

    In enger Kooperation zwischen der WGKD und der Klimaschutzinitiative 2020 der Evangelischen Kirche von Westfalen erhalten Sie von der westfälischen Fahrradmanufaktur Velo de Ville Pedelecs („E-Bikes“) und Fahrräder. Die Kirchenräder sind Sondermodelle und sind nicht im Fachhandel zu finden. Bei der Zusammenstellung wurde auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Wert gelegt und auf eine stimmige Auswahl der Komponenten. https://www.wgkd.de/rahmenvertrag/velo-de-ville-kirchenrad.html

    EcoTopTen

    EcoTopTen ist kein Produktlabel, sondern eine Internetseite, die Kaufempfehlungen auf Basis ökologischer und ökonomischer Kriterien ausspricht. EcoTopTen gibt Kaufempfehlungen für Autos und Fahrräder unter Berücksichtigung der Sicherheit und Lebenszykluskosten. Diese finden Sie hier: https://www.ecotopten.de/mobilitaet

    Im PKW-Bereich verbindet EcoTopTen die Ergebnisse der VCD-Liste („VCD-Umweltpunkte“) mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung (jährliche Gesamtkosten bei 12.000 km) zu einer Gesamtbewertung.